...das stimmt nicht so ganz - Wie es wirklich war und ist...

...aus einem in den siebziger Jahren gelegentlichem Faschingstreiben im Dorfe mit einem kunterbunten Umzug, mit Spiel und Spaß für Jung und Alt hat sich 1980 erstmals der Welsberger Fasching entwickelt. Im ersten Jahr unter der Mitwirkung des Männerchores, der Böhmischen, mehr als Ball gedacht, bescheiden mit einigen wenigen Sketchen war der Erfolg, das Echo so groß, dass man zum Weitermachen die beste Motivation hatte. Die Gründungsmitglieder Brandlechner Edmund, Hilber Reinhold, Rabensteiner Günther und Schönegger Herbert haben sich damals das Ziel gesetzt in Welsberg einen ordentlichen Faschingzauber zu veranstalten, das Publikum einmal so richtig zum Lachen zu bringen

Inzwischen sind 35 Jahre vergangen und das Publikum lacht immer noch. .

Der Welsberger Fasching, dem Inhalt nach treffender die Faschingsrevue, übrigens eine der ersten in dieser Form im Lande, ist inzwischen zu einer der wichtigsten Faschingsveranstaltungen auf Landesebene avanciert. Ausschnitte werden regelmäßig im Fernsehen des Senders Bozen übertragen. Alle zwei Jahre kann ein zahlreiches Publikum begeistert werden. Aus anfänglich einer Veranstaltung am Faschingssamstag wurden bald zwei, dann drei und schließlich vier Aufführungen. Der Großteil der Mitglieder des Arbeitsausschusses ist seit über 30 Jahren aktiv. Präsident Günther Rabensteiner, Brandlechner Edmund und Herbert Schönegger als Kassier und Lachschlager erster Klasse, kaum dass er die Bühne betritt, schon seit der Gründung. Fast genau so lange sind auch Komar Bruno als Bühnenverantwortlicher, Karl Neumair als Regisseur, Reinhold Oberstaller als Texter und Arthur Seiwald als Koordinator der Dekoration und Schauspieltruppe bei den Vorbereitungen dabei. Eugen Oberstaller hat das musikalische Programm wesentlich mitgestaltet und gehört mit seinen Sängern zum Standardprogramm eines jeden Faschings. Ein weiterer Garant für das gute Gelingen und 100 % tige Lachkanone ist der Doktor Maurizio Garoscio, und Holzer Jimmy mit seinen Einlagen und WRF Nachrichten Schreiber, macht den Neuner Ausschuss komplett. Für die Filme, Foto´s und Technik am PC ist seit kurzem Christian Steinmair zuständig.

Oberflächlich gesehen und gedacht ist man oft der Meinung, dass es nicht so schwer sein müsste mit einigen musikalischen Stücken, Einaktern, Sketschen und Tanznummer das Publikum zu unterhalten. Wenn man dann aber weiß, dass fast alle Einlagen selbst erarbeitet, getextet, vertont und arrangiert werden, dann erkennt man wie viel Arbeit, Kreativität und Ideenreichtum hinter den einzelnen Veranstaltungen steht. Das Programm, bunt gemischt, für jeden etwas, nicht zu hochtrabend, man will ja nicht dem Fernsehen Konkurrenz machen und tut es doch, anspruchsvoll und von Niveau, gemischt mit Banalitäten und derbem Bauernwitz, war und ist abwechslungsreich und unterhaltsam. Es wird gezaubert, gesungen, musiziert und getanzt. Einmal die Wirte des Ortes, einmal die Kaufleute, einmal die Handwerker, die Akademiker, die Lehrer, die Honoratoren, den Gemeinderat mitsamt allen Beamten oder auch nur den einfachen Bürger über die Klinge springen lassen ohne dabei unvernünftig und unverschämt zu werden, das ist Welsberger Fasching. .

Die Landespolitik wird gerne auf die Schippe genommen und der Landeshauptmann hat sogar schon seine Grußworte an die Welsberger Faschingsnarren über Lautsprecher überbracht. Bekannte Fernsehsendungen werden imitiert und berühmte Musikgruppen wie das Golden Gate Quartett oder Michael Jackson traten auf, zum zwanzigjährigen Jubiläum wurde eine ganze Operette auf die Bühne gebracht. Den Saal zum toben bringen aber immer wieder die älteren Balettherren, die graziös über die Bühne hüpfen.

Junge Talente auf dem musikalischen, schauspielerischen und tänzerischem Bereich konnten immer wieder ihr Können beweisen und gar manche Showkarriere hat hier begonnen. Aus einer der Tanznummern des Welsberger Faschings ist z.B. die erste Mädchenschuhplattlergruppe Südtirols entstanden. Immer wieder erinnert sich die Faschingsgilde Welsberg auch einen Beitrag für verschiedene Organisationen aufzubringen. So wurden im Jahre 2012 an die Krebshilfe Oberpustertal der Betrag von 2.500 Euro gespendet und zum 35.sten Jubiläum 2014 ging ein Betrag von 1.000 Euro an die Bergrettung Hochpustertal.

Damit all diese Aufführungen ohne große Pannen über die Bühne gehen, braucht es viele fleißige Helfer. Bei jeder Vorstellung sind so zwischen Helfern beim Eintritt, im Saal und auf der Bühne, den Technikern und den Schauspielern an die 100 Personen beteiligt. Zur Jubiläumsfeier wurden alle Mitwirkenden der letzten 10 Jahre eingeladen. Es waren dies mehr als 120. Allen will die Gilde ihren Dank aussprechen und gleichzeitig signalisieren, dass es nächstes Jahr weiter geht und jede Hilfe auch weiterhin willkommen ist.

Die Gilde will mit Humor und Witz manch ernste Begebenheit in Erinnerung rufen, sie will den Alltag für einige Stunden vergessen lassen, durch Lachen zum Nachdenken anregen, sie will Spaß vermitteln, nicht die Lust am Leben verderben und dies, so hat man es zumindest vor, auch noch die nächsten Jahre.